5. Kapitel (O)

Am Samstagnachmittag, als sie sich verabschiedet hatte, schrieb Elli ihrer Mutter darüber und dachte, daß ihre Mutter wohl ein wenig lachen würde, wenn sie das lesen würde, und fragte sich, was sie wohl denken würde.
Es sah überhaupt nicht so aus, als wäre das für die Mutter etwas Komisches, wie Elli angenommen hatte. Und dann wies sie Elli an, ihren Lehrern zu gehorchen und sie auf keinen Fall nachzuahmen, auch wenn andere es taten. Und wenn man sich langweilte, konnte man das am besten vertreiben, indem man das Wort Gottes las, und es war gut, sich schon von klein auf daran zu gewöhnen. Man mußte Gott auch um Hilfe beim Lernen bitten, dann würde es schon gehen ... Dann schrieb die Mutter zwischendurch über andere Dinge und am Ende wieder dasselbe wie am Anfang.
Aber Ellie verstand diese Briefe nicht, und sie schrieb ihrer Mutter nicht mehr über Schulangelegenheiten.
Sie gewöhnte sich immer mehr an das neue Leben und fand sogar Gefallen daran, und als es in der Schule allmählich besser ging, gewöhnte sie sich auch an die großen Räume mit dem Echo und an die eckigen Schultische und den seltsamen Geruch, der ihr jeden Morgen entgegenschlug, wenn sie das Klassenzimmer betrat. Am schlimmsten war das Aufwachen am Morgen. Aber manchmal hatte sie auch Lust, in die Schule zu gehen, und zwar dann, wenn sie wußte, daß die Lehrerin den Globus mitbringen würde. Es war ein großer runder Ball, und darauf war die ganze Welt, alle Länder und Berge, eingezeichnet. Die Lehrerin drehte ihn mit der Hand und sagte, so würde auch die echte Welt sich drehen ...

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